Aktionen

Auf dieser Seite berichten wir über unsere Aktivitäten und Aktionen, die teilweise im Hintergrund verlaufen, jedoch für die Öffentlichkeit große Relevanz haben.

Dubiose Entscheidungsvorlagen der STIKO

Die Impfempfehlungen der “Ständigen Impfkommission” (STIKO) entstehen nach einem definierten Prozess. Unter Mithilfe von Wissenschaftlern beim Robert-Koch-Institut (RKI) werden Fragen zum konkreten Impfthema (Wirksamkeit, Sicherheit) formuliert und mit Prioritäten versehen. Welche Fragen gibt es und wie wichtig ist ihre Beantwortung für die Impfempfehlung. Danach wird das dazu weltweit verfügbare Wissen (Fachartikel) gesammelt und in Bezug auf seine Qualität bewertet. Daraus wird eine Entscheidungstabelle (Evidence-to-Decision Table) erstellt, die die Basis für die wissenschaftliche Begründung der Impfempfehlung darstellt.

Nachdem bei einer aktuellen Impfempfehlung der STIKO diese Tabelle zwar veröffentlicht wurde, jedoch die Bewertungen nicht ausgefüllt waren, haben wir beim RKI auf der Basis des Informationsfreiheitsgesetzes nachgefragt und nach einigen Wochen eine Antwort erhalten. Die STIKO würde diese Entscheidungstabellen nicht ausfüllen, sondern ihre Entscheidungen ohne sie treffen. Wozu diese aufwändige Tabelle dann überhaupt erstellt wird, wenn sie nicht ausgefüllt und verwendet wird, bleibt unbeantwortet. Die Vorgehensweise erinnert an einen gut bezahlten Beamten, der jeden Tag Bleistifte spitzt, ohne dass sie je verwendet werden.

In dem eigens von der STIKO definierten Prozess, ist von der “Erstellung einer Evidence-to-Decision-Tabelle” (EtD-Tabelle) als Vorbereitung auf die Beratung und Beschlussfassung die Rede.

In einem Fachartikel von 2018 betonen die Autoren: “EtD-Tabellen beinhalten die Formulierung einer Frage, die Bewertung der Evidenz und das Ableiten einer Schlussfolgerung. Sie informieren den Nutzer bzw. die Nutzerin über die Empfehlung, die das Leitlinien-Gremium getroffen hat, sowie über die zugrundeliegende Evidenz und bieten somit eine transparente Entscheidungsgrundlage.” Unter den Autoren war das STIKO-Mitglied Prof. Meerpohl.

Auf welchen Grundlagen werden die Impfentscheidungen tatsächlich getroffen, wenn in den von der STIKO veröffentlichten tabellarischen Zusammenfassungen die Wichtigkeit und Qualität der gestellten Fragen und gefundenen Antworten für den Entscheidungsprozess nicht verfügbar sind? Und an welchen Stellen werden ggf. weitere Grundsatzvorgaben gebrochen?