Glossar

A

Allergen

Ein Allergen ist eine Substanz, die über das Immunsystem eine Überempfindlichkeitsreaktion (allergische Reaktion / Allergie) auslösen kann.

Allergie

Der Betriff Allergie bezeichnet eine übermäßige Immunreaktion des Körpers auf nicht-infektiöse Fremdstoffe (Allergene). Der Körper reagiert mit Entzündungszeichen und der Bildung von spezifischen Abwehrstoffen (Antikörpern) – vgl. auch Antigen-Antikörper-Reaktion. Eine allergische Reaktion kann von leichten Hautausschlägen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen reichen.

Aminosäuren

Aminosäuren sind Basisbestandteil unserer körpereigenen Proteine (Eiweiße) und sind daher Teil aller festen Bestandteile des menschlichen Körpers. Man findet Aminosäuren u. a. in unserer DNA/RNA, zahlreichen Hormonen und Enzymen. Sie spielen damit beim reibungslosen Ablauf lebenswichtiger Funktionen eine wesentliche Rolle.

Antigene

Antigene sind Substanzen, die der Körper als „fremd“ erkennt und gegen die in Folge das Immunsystem Abwehrstoffe, sog. Antikörper bildet. Dies können unterschiedlichste Eiweiße, Fette, Kohlehydrate aber auch Bakterien oder Viren usw. sein. Der Begriff „Antigen“ leitet sich von dem englischen Begriff ‘antibody generating’ (= Antikörper erzeugend) ab.

Antigen-Antikörper-Reaktion

Die Antigen-Antikörper-Reaktion gehört zu den wichtigsten Immunreaktionen unseres Organismus, die in unserem Immunsystem abläuft.

Die Oberflächenstruktur des Antigens bindet sich an den Antikörper nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das Antigen ist dadurch gebunden und reaktionsunfähig und wird vom Körper abgebaut.
Dieser Vorgang schützt also unseren Organismus vor Krankheitserregern und schädlichen Fremdstoffen.

Antikörper

Antikörper sind vom Organismus gebildete Abwehrstoffe gegen körperfremde Stoffe (Antigene). Es handelt sich dabei um Eiweißstrukturen, die in weißen Blutkörperchen (B-Lymphozyten) gebildet werden und exakt zur Oberflächenstruktur des Antigens passen.

Beim ersten Kontakt mit einem Antigen, produziert der Organismus diese genau passenden Antikörper. Bei wiederholtem Kontakt wird die Antigenstruktur bereits erkannt und die benötigten Antikörper werden schneller produziert.

Autoimmunerkrankung

Bei einer Autoimmunerkrankung nimmt der Organismus körpereigene Zellen als „fremd“ wahr und reagiert mit der Bildung von Antikörpern. Je nach Art der bekämpften Zellen oder des Gewebes zeigen sich unterschiedlichste Krankheitsbilder, z. B. rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte, Morbus Basedow/ Hashimoto (autoimmune Schilddrüsenerkrankungen). Die genaue Entstehung von Autoimmunerkrankungen ist häufig nicht bekannt, da sie plötzlich beginnen können. Schädigende Umwelteinflüsse und genetische Faktoren werden als Mitauslöser vermutet.

I

Immunsuppression

Immunsuppression ist eine künstliche Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystems)
Diese wird eingesetzt, um schädliche Abwehrreaktionen des Immunsystems zu verhindern, z. B. bei Autoimmunerkrankungen und Organtransplantationen.

Immunsystem

Das Immunsystem ist das Abwehrsystem unseres Organismus gegen fremde Stoffe und Keime. In seiner Komplexität ist es bis heute nicht abschließend erforscht.

Eine erste Barriere unseres Immunsystems bilden Haut, Schleimhäute und die Magensäure, aber auch nützliche Mikroorganismen, die unsere Haut und viele Schleimhäute besiedeln (z. B. das Mikrobiom der Darmschleimhaut). Ist diese erste Immunabwehr nicht erfolgreich, werden weitere Reaktionen des Immunsystems innerhalt von Blut, Geweben und Körperzellen aktiv.

Man unterscheidet neben angeborenen und erworbenen Immunreaktionen auch zwischen zellulärer und humoraler Abwehr. Diese beiden Teile der Immunabwehr sind nicht völlig unabhängig voneinander zu betrachten. Dennoch lassen sie sich darin unterscheiden, dass sich die zelluläre Abwehr in den Zellen und die humorale Abwehr gegen die fremden Stoffe im Raum außerhalb der Zellen abspielt. Im Bereich der humoralen Abwehr sind die Antikörper beteiligt.

Indikation

Indikation wird der Grund für den Einsatz einer therapeutischen, diagnostischen bzw. medizinischen Maßnahme genannt

M

Makrophagen

Makrophagen sind ein Zelltyp der Phagozyten (Fresszellen).        

Makrophagen sind große, bewegliche, einkernige Zellen, die Teil unseres Immunsystems sind und vielfältige Funktionen im Rahmen der Erregerabwehr haben.

Ihre wichtigste Aufgabe ist die Phagozytose von Mikroorganismen und anderen Fremdkörpern, sie spielen u. a. eine zentrale Rolle bei Abwehrreaktionen (Entzündungen), Zerstörung von Tumorzellen und Wundheilung.

Mikrobiom

Als Mikrobiom oder auch „mikrobielles Ökosystem“ bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen (z. B. Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller usw.), die Mensch, Tier oder Pflanze besiedeln. Mikrobiome können u. a. den Stoffwechsel, das Immun- und Hormonsystem beeinflussen.

P

Phagozyten

Phagozyten (auch: Phagocyten) sind Zellen, die sich im Blut und den Zwischenzellräumen frei bewegen können. Besonders ihre Fähigkeit zur Phagozytose (Aufnahme von Partikeln) ist für Menschen und Tiere von großer Bedeutung.
Die Fresszellen lassen sich unterteilen in
Makrophagen („Fressen“ von größeren Teilen, wie Zelltrümmern von verletztem/ infiziertem Gewebe, Bakterien)
und
Mikrophagen („Fressen“ von kleineren Teilen, wie Bakterienteilen).
Bestimmte Typen von Phagozyten können die Wände von Blutgefäßen durchwandern. Bei ihrem Absterben bildet sich Eiter. Auch bei physiologischen Prozessen, z.B. beim Knochenwachstum sind Fresszellen nötig.
Phagozyten werden im Knochenmark gebildet.

Phagozyten (oder auch Fresszellen) gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen und sind Zellen, die fähig sind, Partikel, Mikroorganismen und Flüssigkeiten aufzunehmen und im Zellinneren zu verdauen. Damit kommt Ihnen eine wichtige Rolle in unserem Immunsystem zu.
Sie sind beteiligt an Abwehrreaktionen (Entzündungen), Zerstörung von Tumorzellen und Wundheilung.

Phagozytose

Die Phagozytose bezeichnet die aktive Aufnahme von Partikeln, bis hin zu kleineren Zellen in eine einzelne Zelle. Im menschlichen Körper findet die Phagozytose durch Phagozyten statt, welche durch Einhüllen und Zerstören einen wichtigen Beitrag der zellulären Immunabwehr bilden. Auch bei der Beseitigung von kranken oder defekten körpereigenen Zellen, kommt die Phagozytose zum Einsatz.

Phagozytose bezeichnet den kompletten innerzellulären Verdauungsvorgang in dafür spezialisierten Zellen (Phagozyten). Sie beinhaltet Aufnahme, Einschluss und Verdauung zellfremder Partikel wie z. B. krankmachende Bakterien, virusinfizierte Zellen, metastasierende Krebszellen oder Zellreste abgestorbener Zellen, aber auch Fremd- oder Giftstoffe, die sich in Blut oder Gewebe befinden, um diese unschädlich zu machen und den Körper davon zu reinigen.

S

Signifikanz

Die Signifikanz gibt als mathematisches Maß in der Statistik Auskunft darüber, wie stark erhobene Daten (Stichprobendaten im Rahmen einer Untersuchung oder Studie) von der vorher festgelegten Annahme (Nullhypothese) abweichen. Nach der Durchführung verschiedener statistischer Tests erhält man u.a. den p-Wert, welcher für die Aussagekraft des Ergebnisses relevant ist. Eine Signifikanz von 1% bedeutet, dass eine von 100 klinischen Studien, bei denen die Nullhypothese richtig ist (z.B., dass ein Medikament wirkungslos ist), zu dem Schluss kommt, sie sei falsch.
Bei einem p-Wert von kleiner oder gleich 5 % spricht man von einem signifikanten, bei einem Wert von ≤ 1 % von einem sehr signifikanten und bei einem Wert von ≤ 0,1 % von einem hoch signifikanten Ergebnis.

T

Thrombose

Als Thrombose bezeichnet man eine krankhafte, lokal auftretende Blutgerinnung in einem Blutgefäß. Dabei entsteht ein Pfropfen („Thrombus“), der den Blutfluss behindert oder ganz unterbricht. Ein Thrombus kann sich auch lösen und „wandern“ bis er an ein engeres Gefäß gelangt, welches er verstopft. Das wird dann Embolie genannt. Eine Thrombose kann grundsätzlich im ganzen Herz-Kreislauf-System auftreten, tritt gehäuft jedoch an den enger werdenden Blutgefäßen auf.

Thrombozytopenie

Unter einer Thrombozytopenie versteht man eine verminderte Anzahl (<150.000/µl) von Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut. Die Ursache dieses Mangels kann auf Probleme in der Bildung, einer verkürzten Lebensdauer oder einer nicht ausreichenden Verteilung der Thrombozyten im Körper, liegen.
Das Gegenteil der Thrombozytopenie ist die Thrombozytose.

Z

Zytokine

Zytokine (auch: Cytokine) sind Proteine (Eiweiße), die die Zellfunktion im Organismus regulieren. Sie haben einen Einfluss auf das Wachstum und die Differenzierung von Zellen.  Einige Zytokine werden dementsprechend als Wachstumsfaktoren bezeichnet, andere spielen eine wichtige Rolle für immunologische Reaktionen und bei Entzündungsprozessen.

Es sind mehrere Dutzend verschiedene Zytokine bekannt, die unterschiedliche, oft aber dennoch ähnliche Prozesse hervorrufen. Es werden z. B. immunologische Prozesse gesteuert, wie die Stimulierung und Regulation der Immunabwehr.

Zytokinsturm

Zytokine (auch Cytokine) spielen im Rahmen unserer Immunreaktion eine entscheidende Rolle in entzündetem Gewebe. Sie übernehmen die Stimmulierung und Regulation der Immunabwehr.

Bei einem Zytokinsturm (auch Cytokine)  wird eine hohe Konzentration der Zytokine ausgeschüttet, die wiederum die weitere Bildung von Abwehrzellen auslöst. Eine automatische Drosselung findet nicht mehr statt, auch wenn kein zu neutralisierendes Antigen mehr vorhanden ist. Die Folge ist, dass immer mehr Abwehrzellen am Ort der Entzündung auftreten und dort vielfache Beschwerden hervorrufen, die bis hin zum Organversagen führen oder sogar tödlich enden können.