München impft dieses Jahr auf dem Oktoberfest [1]. Das wurde geradezu marktschreierisch angepriesen und durch eine Pressemeldung inflationär verbreitet [2].
Das Motto: “Ich schütze mich. Und andere.” [3]
Ein paar aufklärende Fakten sorgen für Klarheit und Einordung.
- Die beworbenen Impfungen sind nur für bestimmte Menschen empfohlen (u.a. Senioren, Menschen mit schweren Grunderkrankungen) [4]. Das entspricht definitiv nicht dem typischen Oktoberfestbesucher (jung, gesund).
- Nicht empfohlene Impfungen müssen in der Regel selber bezahlt werden. Die Werbeaussage, dass das Mitbringen von Impfpass und Krankenkassenkarte beim Impfen auf dem Oktoberfest reicht, ist irreführend, weil es suggeriert, dass die Impfungen kostenlos angeboten werden! [5]
- Bei nicht öffentlich empfohlenen Impfungen gibt es im Falle von Nebenwirkungen keine Haftung des Staates und keine Entschädigung [6]. Der Impfarzt müsste darauf vor der Impfung hinweisen.
- Die Aussage, dass man durch die angepriesenen Impfungen (Grippe und COVID) andere schützt, ist irreführend. Auch Geimpfte können im Ernstfall ansteckend sein [7]. Aus diesem Grund werden zusätzliche Maßnahmen wie Maskentragen oder antivirale Medikamente – auch für Geimpfte – in Pflegeeinrichtungen empfohlen [8]
- Vier Impfstoffhersteller unterstützen die Aktion finanziell [9].
- Alkohol vor oder nach der Impfung schwächt das Immunsystem und verringert die oft ohnehin schon schlechte Wirksamkeit [10] und erhöht das Impfrisiko [11].
- Eigentlich müsste der “Impfwillige” (Originalzitat von den Verantwortlichen!) vor der Impfung gründlich untersucht und aufgeklärt werden [12]. Ansonsten darf der Arzt nicht impfen. Wie diese Voraussetzungen im Trubel eines Volksfestes mit vielen alkoholisierten Menschen umgesetzt werden sollen, ist sehr fraglich. Eine Impfung ohne mündige Einwilligung nach ausreichender Aufklärung stellt eine Straftat dar.
Auf einem Volksfest zu impfen muss einfach als eine blöde und gefährliche Idee bezeichnet werden (IFI).
Auch andere Kritiker haben dazu interessante Fakten veröffentlicht: https://indikativ.jetzt/muenchen-impft-impfluencer-werben-mit-desinformation/.
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Quellen:
[1] https://www.muenchen-impft.de/
[2] https://www.krankenkassen.de/dpa/461512.html
[3] https://www.muenchen-impft.de/mitmachen
[4] https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Staendige-Impfkommission/Empfehlungen-der-STIKO/Empfehlungen/empfehlungen-node.html
[5] https://www.nali-impfen.de/impfen-in-deutschland/kostenuebernahme/
[6] https://service.berlin.de/dienstleistung/330703/
[7] https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/COVID-19/gesamt.html#entry_16932152
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ-Liste_gesamt.html#entry_16870846
[8] https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W2BN99H5079BOCMDE/$File/influenza.pdf
https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/C/COVID-19/Pflege/Dokumente.html
[9] https://www.muenchen-impft.de/unterstuetzende
[10] https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/medizin/impfen/impfen-alkohol-1057008#Gibt_es_einen_Einfluss_von_Alkohol_auf_Impfschutz_und_Immunantwort-1057008
[11] https://thebalance.clinic/de/ressourcen/sucht/alkohol/corona-impfung-und-alkohol/
[12] https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/AllgFr_Rechtliches-Aufklaerung-Doku/Aufklaerung/FAQ-Liste-Aufklaerung.html