Auf Insta, Tiktok, Snapchat und sogar in der Schule – überall geht es um HPV-Impfungen? Das solltest du unbedingt dazu wissen:
HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren. HPV-Impfungen heißen Gardasil, Gardasil9 oder Cervarix.[1] Ob die Impfungen tatsächlich Krebs verhindern können, wie überall in der Werbung behauptet wird, ist nicht klar.
Die Europäische Impf-Agenda 2030 will, dass viel mehr Mädchen und Jungen HPV-Impfungen bekommen.[2] Ärzte und Lehrer werden darin geschult, im Gespräch mit deinen Eltern oder dir bestimmte Tricks anzuwenden. Mit dem Ziel, dein Verhalten zu ändern. Das Ziel ist erst dann erreicht, wenn du dich impfen lässt. Das nennt man „Change Talk“.[3] Und dass, obwohl es Druck oder Überredung bei medizinischen Maßnahmen eigentlich nie geben dürfte.
Als Teenager kannst du erstmals beim Arzt selbst entscheiden. Daher richtet sich die Werbung direkt an dich. Werbung für Impfungen zeigt meistens nur die erhofften Vorteile. Probleme oder mögliche Nebenwirkungen werden oft nicht mal erwähnt.[4]
Wenn in Schulen geimpft wird, soll der Gruppendruck dich zur Impfung bewegen. Dem Gruppendruck in deiner Klasse standzuhalten, erfordert nämlich besonderen Mut.
Auch noch gut zu wissen:
In Deutschland werden nicht alle Jugendlichen geimpft. Ein Teil der Familien entscheidet sich für die HPV-Impfungen, ein Teil der Familien dagegen. Durchschnittlich haben in einer Schulklasse etwa die Hälfte der Mädchen und ein Drittel der Jungs die HPV-Impfungen bekommen.
Die STIKO (das ist die Ständige Impfkommission, die Impfungen in Deutschland empfiehlt) und die WHO (das ist die Weltgesundheitsorganisation, die gesundheitliche Vorgaben weltweit erarbeitet) – finden: Das ist noch viel zu wenig.
Bisher haben deine Eltern beim Kinderarzt bestimmt, welche Impfungen du bekommst. Jetzt, als Teenager, hast du ein Mitspracherecht – du kannst dich für oder gegen Impfungen entscheiden. Das ist sogar gesetzlich so geregelt! Deshalb kann es gut sein, dass dich Ärzte oder Lehrer direkt auf die HPV-Impfungen ansprechen. Vielleicht ist dir auch schon die Werbung für HPV-Impfungen bei Insta, TikTok und YouTube, in Zeitschriften und auf Plakaten aufgefallen? Kein Zufall – ein Teil der Werbung richtet sich extra an euch Jugendliche.
Teenager im Mittelpunkt
Sobald du 13 oder 14 Jahre alt wirst, sollst du erstmals ohne Deine Eltern zur Jugenduntersuchung J1 beim Kinderarzt erscheinen. Neuerdings werden Impfungen auch in deiner Schule durchgeführt. Darum lohnt es sich, gut Bescheid zu wissen.
Humane Papillomviren sind weit verbreitet – fast jeder Mensch steckt sich irgendwann im Leben damit an. Meistens merkt man davon aber gar nichts, weil eine HPV-Infektion von selbst wieder verschwindet und keine Symptome macht. Heutzutage können etwa 230 verschiedene HPV-Typen unterschieden werden. Die wenigen Virentypen, die mit der Entwicklung von Krebs in Verbindung gebracht werden, gelten als sogenannte Hochrisikotypen. Es wird angenommen, dass Impfungen solche Infektionen mit Hochrisikotypen vorbeugen können – ob sie Krebs tatsächlich verhindern, ist wissenschaftlich unklar.
Lange Liste an Problemen
Es besteht die Gefahr, dass dein Körper nach einer Impfung überreagiert: Allergien und Autoimmunerkrankungen werden häufig nach HPV-Impfungen berichtet.[5]
Außerdem kann jeder Inhaltsstoff einer Impfung zu Problemen führen. Als vorübergehende Symptome wie Kopfschmerzen und Entzündungen dort, wo die Spritze gesetzt wurde. Allerdings auch als lebensbedrohliche Reaktionen wie einem anaphylaktischen Schock, einem echten Notfall. Oder in dauerhaften Schäden der Nervenbahnen, die sich in Lähmungen, Krämpfen oder Entzündungen im Gehirn zeigen können. Auch Autoimmunerkrankungen – bei denen das eigene Immunsystem den eigenen Körper angreift – können das Leben völlig verändern. Täglich Medikamente zu nehmen und regelmäßig Arzttermine zu vereinbaren ist dann ein Muss.
Schule als Druckmittel
Obwohl es schwere Schäden durch die Impfungen geben kann, sollen noch mehr Mädchen und Jungen geimpft werden. Die WHO und die deutschen Gesundheitsbehörden wollen die Impfraten unbedingt erhöhen. Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 90 Prozent der 15jährigen Mädchen zwei HPV-Impfungen erhalten haben. Deshalb begegnet dir so viel Werbung für diese Impfungen. Deshalb gibt es nun auch in Deutschland an einigen Schulen sogenannte „Schulimpfprogramme“.[6]
Du bist nun in dem Alter, in dem du in Abwesenheit deiner Eltern von Impfungen überzeugt werden sollst. Da eignet sich die Schule besonders. Denk mal darüber nach: Hier soll dich der Gruppendruck unter deinen Freunden und Mitschülern zum Impfen bewegen. Du willst wahrscheinlich nicht ausgerechnet diejenige sein, die dann nicht mit in den Raum zum impfenden Arzt geht. Absolut unangenehm bei allen Fragen der Lehrer zu deinen Impfungen diejenige zu sein, die nicht die Hand hebt. Du willst auf keinen Fall als “die Unreife” gehänselt werden.
Das sind alles psychologische Strategien, die kalkuliert eingesetzt werden. Allein mit dem Ziel, dass du den HPV-Impfungen endlich zustimmst. Mach dir das bewusst.
Einnahmen sichern
Vor allem die Hersteller der Impfstoffe haben ein großes Interesse daran, dass du dich impfen lässt. Jede Impfung ist für diese Firmen ein Verdienst. Die HPV-Impfungen Gardasil und Gardasil9 waren lange Zeit die teuersten Impfungen auf dem Markt. Für eine Dosis Gardasil mussten die Eltern oder ihre Krankenkassen rund 380 EUR bezahlen. Bei drei nötigen Impfungen betrugen die Kosten für diese Impfungen also deutlich über 1000 EUR. Eine Dosis Gardasil9 wird heute mit rund 200 EUR veranschlagt.
Das Pharmaunternehmen Merck nennt besonders teure Forschung als Grund für die Preisgestaltung. Hinzu kommt, dass es lange Zeit keine anderen HPV-Impfstoffe gab. Merck konnte daher ohne Konkurrenzprodukte höhere Preise durchsetzen.
Firmen sind keine Freunde. So lässig und vertraulich ihre Werbung auch rüberkommen mag. Firmen wollen Geld verdienen. Dafür investieren sie Millionen, um herauszufinden, welche Unsicherheiten sie bei dir ansprechen müssen, welche Slogans dich begeistern, welche Influencer dir glaubwürdig erscheinen und welche Trends sie nutzen können.
Fest steht: Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung sollte immer deine sein – und nicht das Ergebnis perfekt geplanter Marketing-Tricks.
Weitere Artikel zur Serie zu HPV-Impfstoffen findest Du hier.
[1] Paul Ehrlich-Institut: HPV-Impfstoffe (Humane Papillomaviren), Stand: 29.10.2025
https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/gebaermutterhalskrebs-hpv/hpv-liste-1.html
[2] Weltgesundheitsorganisation: Die Europäische Impfagenda 2030, abgerufen am 03.11.2025
https://www.who.int/europe/de/initiatives/the-european-immunization-agenda-2030
[3] Bundesinstitut für Risikobewertung: InveSt HPV – Neue Ansätze zur Förderung der HPV-Impfung: Können Impferinnerungen, Schulungen und Gesprächstechniken einen Unterschied machen?, Präsentation des Robert-Koch-Institutes und der Ständigen Impfkommission, 28.03.2025
[4] Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V.: HPV Flyer Jugendliche: Wissenswertes rund um die HPV-Impfung. Für Schüler*innen und alle Interessierten, abgerufen am 03.11.2025
https://www.aeggf.de/hpv-impfung/frontend/media/files/hpv-flyer-jugendliche-de.pdf
[5] Europäische Arzneimittel-Agentur: Produktinformation Gardasil9, Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, Stand: 09.10.02025
[6] Robert-Koch-Institut: Schulimpfprogramme gegen HPV, 02.10.2025