Wird in Deutschland zu spät geimpft?

In zahlreichen Veröffentlichungen wird betont, dass die Impfungen in Deutschland zu spät erfolgen würden. Die nicht gemäß den staatlichen Empfehlungen zeitgerecht erfolgten Impfungen wären ein großes Problem. Dadurch würde angeblich die Elimination verhindert. Es würde deshalb angeblich immer wieder zu Masernausbrüchen kommen.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die 1. Masernimpfung im Altern von 11 bis 14 Monaten und die 2. Impfung von 15 bis 23 Monaten. Damit zählt Deutschland zu den wenigen Ländern, die die Masernimpfungen so früh empfehlen.

In den meisten anderen europäischen Ländern wird später geimpft als in Deutschland. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat alle 30 Länder in vier Gruppen eingeteilt.

Unterschiede Impfkalender Länder gemäß ECDC[i] (Übersetzung)
(rote Länder endemische Masern, Sternchen bedeutet Impfpflicht[ii])

Unter den 7 Ländern, die die zweite Masernimpfung erst im Alter von 10 bis 13 Jahren vorsehen, haben 6 Länder von der WHO die Elimination zertifiziert bekommen. Die 5 EU-Länder, die die Masern bis zum Jahr 2017 nicht eliminiert hatten, sind über alle vier Gruppen verteilt. Der Zeitpunkt der zweiten Masernimpfung hat also offensichtlich keinen Einfluss auf die Elimination.


[i] https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/RRA-Measles-EU-EEA-May-2019.pdf
[ii] https://vaccine-schedule.ecdc.europa.eu/Scheduler/ByDisease?SelectedDiseaseId=8&SelectedCountryIdByDisease=-1

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